Künstlerportrait
Stiftung Seiltänzer
Was ist die Grundidee der Stiftung Seiltänzer?
Das Ziel der Stiftung Seiltänzer ist die Reduzierung von sexueller Gewalt in der Gesellschaft mit Hilfe aller zur Verfügung stehenden Mittel. Auf diesem Wege zeichnen sich unterschiedliche Erfordernisse ab, so zum Beispiel die Erstellung und die Verteilung eines Fragebogens zur Ermittlung statistischer Daten. Alle erforderlichen Maßnahmen zur Durchsetzung dieses Projektes werden von der Stiftung Seiltänzer koordiniert und vorangetrieben: Gespräche an verschiedenen Universitäten, Pressearbeit, etc. Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit erfolgt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema der sexuellen Gewalt. Verschiedene Ansatzpunkte aus der bildenden Kunst, Malerei, Theater und Kunstpädagogik bestehen bereits heute.
Die künstlerische Arbeit soll für öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema sorgen und Freiheit und Ansatzpunkte schaffen, die der wissenschaftlichen Arbeit nicht gestattet sind. Die Kunst darf also behaupten und provozieren und die Wissenschaft soll methodisch untersuchen und beweisen.
Die Fragestellung, die hinter der künstlerischen und hinter der wissenschaftlichen Arbeit steckt, ist folgende: Was bedeutet sexuelle Gewalt für die Gesellschaft und für jeden Einzelnen von uns?
Die enorme zerstörerische Kraft von sexueller Gewalt greift an vielen Stellen in unser tägliches Leben ein. Allein die offiziellen Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen, dass wir alle mit Opfern bekannt sein müssten - aber auch mit den Tätern. Mit dem Bekanntwerden fällt uns der Umgang mit den Opfern schwer. Häufig werden Opfer missverstanden - auch weil die Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten falsch gedeutet werden. Für die medizinische und therapeutische Behandlung der Opfer und der Täter entstehen hohe Kosten, die politische und gesellschaftliche Verantwortung wird nicht ernst genug genommen und Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch gibt es kaum.
Was sind die Ziele der Stiftung Seiltänzer?
Oberstes Ziel ist die Verhinderung menschlichen Leids und die Verringerung der Zahl der Missbrauchsfälle hinsichtlich sexueller Gewalt.
Die Werkzeuge zur Realisierung dieser Ziele sind Kunst und Wissenschaft. In der Kunst bedeutet das, an Menschen heranzutreten, aufmerksam machen, Bilder zeigen, Gespräche beginnen, im Theater zum Mitmachen auffordern, Skulpturen und Projekte gestalten, um die Opferrolle begreifbar zu machen. Im wissenschaftlichen Bereich heißt es, mit statistischen Erhebungen konkrete Zahlen zu ermitteln, um eine Basis für politische Entscheidungen zu schaffen.
Aus den Ergebnissen sollen Handlungsstrategien entwickelt werden und den politischen Gremien präsentiert werden.
Diese wissenschaftliche Arbeit soll interdisziplinär in verschiedenen Staaten parallel erfolgen. Zurzeit wird an dem "Projekt Fragebogen" in Bochum, Osnabrück, Calgary, Barcelona und Berlin gearbeitet.
Wie wollen wir die Öffentlichkeit aufmerksam machen?
Wir werden über alle Ereignisse und Projekte, Ausstellungen und Theateraufführungen im Zusammenhang mit der Stiftung Seiltänzer berichten und wichtige Termine in den Medien ankündigen. Die Diskussion des Themas wird an Universitäten vorangetrieben und in Veranstaltungen und Seminaren diskutiert werden. Informationen und Neuigkeiten über Projekte und Ereignisse, sachliche Infos und Kontakte sollen auch im Internet Interessierten zur Verfügung gestellt werden.