Ralph Herrmann
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Hertener Str. 173 |
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Das Formen des Formlosen
Alle Arbeiten von Ralph Herrmann, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind, haben den Himmel, die Wolken das Licht zum Thema. "Das Formen des Formlosen" seinem Werk als Titel voran gestellt, nimmt Bezug auf seine Gestaltung von Himmelslandschaften. Herrmann koppelt die Elemente Himmel, Wolken, Licht aus der Landschaft aus und isoliert sie. In der traditionellen Landschaftsmalerei dienen diese Elemente als Träger von Stimmungen und Symbolik, die eng an den Landschaftstyp, den Ort oder das Bildthema gebunden sind. Bei Herrmann hingegen sind Licht und Wolken aus jedem zeitlichen und örtlichen Kontext herausgelöst. Sie beziehen ihre gestalterische Kraft nicht aus dem wie auch immer eingesetzten gegenständlichen Bezug oder im formalen Sinne aus der Bildkomposition, sondern allein aus der malerischen Behandlung und Wirkung von Farbe, Licht und Räumlichkeit. Eigentlich repräsentieren diese Wolkenbilder einen Widerspruch in sich. Einerseits sind sie Momentaufnahmen unsteter, veränderlicher Erscheinungen, die dargestellten Wolken, das Licht, die Farben werden sich im nächsten Augenblick schon wieder gewandelt haben. Andererseits können die Bilder aber auch als Ausdruck ewiger, immer wiederkehrender Gesetzmäßigkeit gedeutet werden. Sie sind statisch und dynamisch, beständig und flüchtig zugleich. Inhaltlich sind Herrmanns Bilder realistische Landschaft- oder besser Naturdarstellungen, er verzichtet jedoch auf konkrete Gegenständlichkeit, er führt uns keine landschaftlichen Sehenswürdigkeiten vor, sondern nur Immaterielles, Bewegung, Veränderlichkeit, Licht und Farbe. Ähnlich wie die Romantiker, wie Turner, Constable und die Impressionisten, stellt er die traditionelle Landschaftsmalerei in Frage. "Mehr als die Malerei scheint die heute maßgebliche Literatur das zu bestätigen, und wenn auch nur in der Gestalt eines ihrer wesentlichen Autoren. Als eine Erfindung des Unten schrieb Rolf Dieter Brinkmann Sätze über die Wolken, die in ihrer übergroßen Schärfe mehr erkennen lassen, als nur die Intensivierung der Gegenwart durch das Ferne, das Seltene, Wunderbare, Geheimnisvolle... Weit in der Ferne ziehen Wolkenschwaden in langen schleppenden Bewegungen wie Matten aus den Niederungen vor einer Bergkette her. Prähistorische und posthistorische Landschaften, fern, in der Luft im Raum schwebend, und die Augen dringen weiter in den abenteuerlichen großen Raum ein, der menschenleer ist, zerbrechende Formen, ungehauene Formen aus Licht, ohne Wörter ohne Sprache, ohne Verbote, Stürze von Helligkeiten, fern im Raum...






