Von: Marc Hendricks
Objektivtypen: Welches Objektiv für welchen Einsatz?
Vom Fisheye bis zum Supertele: Wann wird welcher Objektivtyp eingesetzt? Unser Objektivtypen-Vergleich schafft Durchblick!
Ähnlich vielfältig zu den Kameramodellen ist die Auswahl an Wechselobjektiven. Dabei tummeln sich neben den Kameraherstellern zahlreiche weitere Anbieter, die Objektive in jeder Preis- und Leistungsklasse im Angebot haben.
Ein Hinweis zu den Brenweitenangaben: Alle hier genannten Brennweiten sind auf das Kleinbildformat bezogen. Für DSLRs mit kleineren Sensoren (dies ist die Mehrheit der DSLRs) muss die Brennweitenangabe umgerechnet werden. Mehr dazu finden Sie im Artikel "Crop-Faktor".
Normalobjektive
Normalobjektive haben eine Brennweite ab 35 mm bis ca. 55 mm. Die Abbildung entspricht in etwa dem normalen Sehen. Diese Objektive sind in der Regel klein und leicht. Ein weiteres Merkmal ist die hohe Lichtstärke, mit der man auch bei Dunkelheit noch fotografieren kann.
- + Standardobjektiv bei vielen DSLRs
- + Wird meist mit der Kamera zusammen verkauft
- + Genügt den meisten Fotografieanforderungen
- + Reicht als Erstausstattung durchaus aus.
- + Hohe Lichtstärke
- - Unflexibel aufgrund der festen Brennweite
- - Bei speziellen Anwendungen oft nicht geeignet
Teleobjektive
Sport- und Tierfotografen setzen häufig ein Teleobjektiv ein, das wie ein Fernglas das Motiv "heranholt". Das Motiv wirkt gegenüber einem Normalobjektiv vergrößert.
- + Weit liegende Motive können herangeholt werden
- + Unbeobachtetes Fotografieren möglich (z. B. bei der Tierfotografie)
- - Große Abmessungen
- - Hohes Gewicht, dadurch starke Verwacklungsgefahr
- - Hoher Anschaffungspreis
Weitwinkelobjektive
Diese Objektivklasse wird oft in der Landschaftsfotografie oder beim Fotografieren in engen Räumen eingesetzt. Das Motiv wirkt gegenüber einem Normalobjektiv verkleinert.
- + Auch bei geringem Abstand 'bekommt man noch alles drauf'
- + Bei Landschaftsaufnahmen: Betonung der Weite der Landschaft
- - mitunter starke Verzeichnung am Bildrand (⇒ "breite" Gesichter)
Makroobjektive
Beim Fotografieren von kleinen Gegenständen oder Tieren kommen Sie mit anderen Objektiven nicht nah genug heran. Die Motive werden zu klein abgebildet. Hier hilft ein Makro-Objektiv
- + Lupenähnliche Vergrößerung auch kleinster Details
- + Bei größeren Brennweiten wird die Fluchtdistanz von Tieren nicht unterschritten
- - Hohe Verwacklungsgefahr (Stativ erforderlich)
- - Schwer zu fokussieren (Einstellschlitten erforderlich)
Zoomobjektive
Zoom-Objektive bieten den Vorteil einer wählbaren Brennweite. Somit können Sie den Bildausschnitt schnell und bequem verändern. Ebenso ersparen Sie sich den häufigen Objektivwechsel, denn Ihr Objektiv reicht von Weitwinkel bis Tele.
- + Mitunter sehr großer Brennweitenumfang
- + Universell einsetzbar; kaum Objektivwechsel erforderlich
- + Als "Immerdrauf" gut bei Reisen einsetzbar
- - In Spezialbereichen (extreme Brennweiten) genügt die Leistung oft nicht
- - Beim Zoomen fährt der Objektivtubus sehr weit heraus (Anstoßgefahr)
Spezialobjektive
Hier seien beispielsweise Tilt-Shift-Objektive oder Lensbabies erwähnt. Diese Objektive werden bei speziellen Fotografietechniken verwendet und spielen in den meisten Bereichen der Fotografie eine untergeordnete Rolle. Experimentierfreudige Fotografen werden diese Objektive schätzen.
Vollformat- oder APS-C - Objektiv?
Gerade im mittel- bis hochpreisigem Bereich werden Objektive angeboten, die für das Vollformat gebaut wurden. Dementsprechend sind diese Objektive mitunter deutlich teurer als ihre APS-C - Pendants. Der Einsatz dieser Objektive lohnt nur dann, wenn Sie eine Kamera mit Vollformat-Sensor einsetzen oder Sie dies in naher Zukunft planen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung Ihrer DSLR bringt Klarheit. Im Hochleistungsbereich werden Sie um Vollformat-Objektiven kaum herumkommen.






