Immer auf Spur
Autofahren im Winter
Besser früher starten als später ankommen. So sollte das Motto der Autofahrer während der kalten Jahreszeit lauten. Denn sie müssen sich auf Straßenglätte, längere Bremswege, mangelnde Bodenhaftung und schlechte Sichtverhältnisse einstellen.
Deshalb ist es grundsätzlich wichtig, rechtzeitig loszufahren und genügend Zeit für die Fahrt einzuplanen. Eine kurze Verspätung sollte man auch beim wichtigsten Termin in Kauf nehmen, statt zu versuchen, die verlorene Zeit durch rasante Fahrweise aufzuholen. Mit Hektik gefährdet man schließlich nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer. In dieser Jahreszeit sind die Gefahren für die Autofahrer besonders umfangreich und vielfältig.
Da sind einerseits die Wildwechsel, die häufig zu Unfällen – und zu Streit vor Gericht – führen. Da im Herbst Brunftzeit ist, nimmt der Wildwechsel auf den Straßen deutlich zu. Die Statistik belegt, dass zu dieser Zeit die meisten Wildunfälle passieren. Auch wenn keine Verkehrszeichen explizit vor der Gefahr warnen, gilt es, gerade in Waldgebieten besonders aufmerksam und vorsichtig zu fahren. Dort wo 100 km/h erlaubt sind, sollte man das Tempo gegebenenfalls auf 70 km/h drosseln.
Wenn es dann doch passiert, ist es mit dem Schrecken und einem verletzten oder toten Tier oft nicht getan. Es folgt die Klärung des Schadens mit der Versicherung. Hier kommt es nicht selten zu Schwierigkeiten. Denn bei einem Aufprall von Haus- und Nutztieren sowie Federvieh zahlt die herkömmliche Teil- und Vollkaskoversicherung oftmals nicht. Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Blick in die Police.
Auf dem Schaden sitzen bleibt auch derjenige, der beispielsweise einem Hasen ausweicht und dadurch im Graben landet. Denn die Gefahr, die von einem kleinen Tier ausgeht, ist laut Bundesgerichtshof so gering, dass sie das hohe Risiko eines Ausweichmanövers nicht rechtfertigt. Bei einem Reh dagegen ist es besser auszuweichen, allerdings braucht man Spuren oder einen Unfallzeugen, um dieses kapitale Hindernis zu beweisen.
Eine weitere Gefahr bergen Herbst und Winter mit ihren wechselnden und zum teil extremen Witterungsbedingungen. So kann sich auch bei geringen Plus-Graden an kritischen Stellen schnell Glatteis bilden. Ein solcher Eisbelag ist noch gefährlicher als bei starkem Frost, denn darauf bildet sich ein zusätzlicher Wasserfilm.
Auf den eingebauten Außentemperaturmesser sollte man sich in dieser Hinsicht nicht verlassen. Er registriert lediglich die Temperatur der Außenluft, jedoch nicht die der Straßenoberfläche. Gerade in Waldschneisen, auf Brücken oder im Einfahrtsbereich von Tunneln kann sich unvermutet Glatteis bilden. An solchen Stellen sollte man vorsorglich das Tempo reduzieren und
heftige Lenkbewegungen, abruptes Bremsen sowie plötzliches Gasgeben vermeiden.
Neben dem gefürchteten Glatteis, können auch Schneeglätte oder Matsch die Bodenhaftung minimieren. Deshalb ist immer vorausschauend zu fahren und das Tempo den Straßenverhältnissen anzupassen. Wenn möglich sollte man Autobahnen und andere Hauptverkehrswege benutzen, denn hier findet man auch bei länger anhaltendem Schneefall die sichersten Straßenbedingungen vor.
Die Bedeutung von Allradantrieb und elektronischen Fahrhilfen darf dabei nicht überbewertet werden: Zwar wird die Lenkfähigkeit und Stabilität des Wagens verbessert, der Bremsweg verkürzt sich jedoch nicht. Wichtigste Ausstattung ist natürlich die Bereifung, denn sie ist die Schnittstelle zwischen Fahrbahn und Auto. Schon in diesen Tagen sollte man Winterreifen mit ausreichendem Profil (mindestens 4 mm) montieren, denn sie sind nicht nur bei Eis und Schnee den Sommerreifen überlegen. Die speziellen Gummimischungen sorgen bereits bei einstelligen Plus-Temperaturen für besseren Grip – auf nassen wie trockenen Fahrbahnen.
Vor längeren Fahrten in schneereiche oder kalte Gegenden ist es keineswegs übertrieben, Schneeketten und ein paar wärmende Decken einzupacken. Auch eine Kanne mit heißem Tee kann im Ernstfall Gold wert sein.
Bei Heckantrieb kann ein Sandsack im Kofferraum gute Dienste leisten. Im Winter sollte man – auch wenn man morgens ohnehin im Stress ist – vor jeder Fahrt die Scheiben gründlich von Eis und Schnee befreien. Auch verschmutzte Front- und Heckleuchten sind zu säubern. Wenn der Blick in den Rückspiegel es erlaubt, empfiehlt es sich, eine Bremsprobe zu machen, um die Haftung der Reifen zu testen.
Die beste Methode, auch bei widrigsten Verhältnissen sicher anzukommen ist, entsprechend früher zu starten oder – wenn möglich – auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Winter-Ausrüstung - Tipp von auto enterPreis (Toyota):
- Eiskratzer mit einer glatten Kante (Eis, Reif), einer Sägezahnkante(dickes Eis) und einer Gummikante (Wasser)
- Handbesen, um den Schnee wegzukehren
- Handschuhe, um die Hände beim Eiskratzen warm zu halten
- Gummimatten, die auch Schmelzwasser aufnehmen (Waffelmuster)
- Türschlossenteiser (nicht im Auto, sondern in der Manteltasche!)
- Klebeband zum Abdichten der Türschlösser in der Waschanlage
- Scheibenenteiser-Spray
- Frostschutz für die Scheibenwaschanlage
- Starthilfekabel
- Schneeketten
- Klappspaten, um eventuell ein Rad frei schaufeln zu können
- Decke als Unterlage und als Wärmespender
auto enterPreis

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